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bewusst

So viel wird über das Bewusstsein und das bewusste Leben gesagt und geschrieben. Was davon ist wahr und wirklich?

‹bewusst› und ‹Bewusstsein› sind Worte, und viele verwenden sie unterschiedlich. Es ist eine Kunst, die Worte unserer Sprache mit dem eigenen Erleben zu verbinden.

Wenn ich bewusst bin, nehme ich das Äußere, Körperliche und Innere zugleich wach erlebend wahr.

Wenn ich bewusst bin, wenn ich mich als bewusst erfahre, nehme ich die Eindrücke meines Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Tastens sowie meine Körperempfindungen wahr. Wenn ich im Denken konzentriert bin, ist dieses nicht der Fall. Ich ahne, dass auch in diesen Momenten Eindrücke des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens und Tastens sowie Körperempfindungen vorhanden sind. Jetzt, im kalten April, rauscht die Heizung in jedem Moment – mal höre ich es und mal höre ich es nicht. Der Schall dringt wohl in jeder Sekunde an meine Ohren, doch das Rauschen gelangt nicht in mein Bewusstsein. Als ich einmal an einer lauten Straße wohnte, nahm ich die Geräusche der Fahrzeuge nicht in jedem Moment wahr. Zum Glück!

Ich bin bewusst, wenn ich die Eindrücke meines Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Tastens und die Empfindungen meines Körpers bewusst wahrnehme. Dieses ist mir auch zugleich möglich. Ich kann mein Bewusstsein weiten und verschiedene gleichzeitige Eindrücke in mein Bewusstsein nehmen. Gelingt es dir, dich zugleich deinem Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und deinem Körperempfinden zu widmen?

Mein Bewusstsein ist nicht entweder bewusst oder unbewusst. Es ist wie ein inneres Organ, das sich immer wieder weitet und zusammenzieht. Mitunter, im Schock, verändert es seine Weite ganz plötzlich. Mitunter weitet es sich nach und nach zaghaft. So kommen immer mehr Eindrücke in mein Wahrnehmen. Bewusstsein ist die augenblickliche Weite meines Wahrnehmens. Die Eindrücke in den unbewussten Momenten zuvor kann ich nur ahnen – ich erlebe sie nicht wach. Was ich nicht wahrnehme, kann ich nicht sicher als ‹wahr› nehmen.

Im Weiten meines Bewusstseins kommen zu den Eindrücken der Sinne und den Ausdrücken des Körpers Fühlen, Denken und Spüren hinzu. Das Empfinden meines momentanen Gefühls ist mir ein wahres Erleben: Ich bin mir der Angst in mir bewusst, der Wut, der Freude, des Leids, der Traurigkeit, der Liebe. Wenn ich ganz in Gedanken bin, nehme ich mein Gefühl nicht wahr. Ich kann nur vermuten, dass es dennoch da ist. Meine Nächsten sagen mir, dass ich traurig wirke, ich erwache aus meinem Denken und jetzt fühle ich die Traurigkeit in mir bewusst. Ich gehe davon aus, dass sie auch schon zuvor in mir gewesen ist, nur war ich in den Räumen meines Denkens unterwegs und habe alles andere ausgeblendet. Mitunter ist meine Aufmerksamkeit ganz von einem Geschehen außerhalb der Grenzen meines Körpers gefesselt. Nun höre und sehe ich die Gedanken in mir nicht mehr. Wieder vermute ich, dass sie dennoch weiterhin da sind. Ich denke nun unbewusst und habe unbewusst Gedanken. Ich erlebe es nicht bewusst, und so muss ich mir keine Gedanken darum machen. ;-)

Der mir heute weitest-mögliche Zustand meines Erlebens ist mein bewusstes gleichzeitiges Wahrnehmen des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Tastens, Körperempfindens, Fühlens, Denkens, Spürens und Seins. Dieses sich immer wieder engende und weitende Bewusstsein ist mir eigen, denn die momentane Enge oder Weite meines Bewusstsein kann sich von der Weite des Bewusstseins meines Nächsten unterscheiden. «Es riecht angebrannt.» Ich halte inne und weite mein Bewusstsein. «Stimmt, jetzt rieche ich es auch!»

All das ist für mich ‹bewusst› sein und ‹Bewusstsein›. Es ist wahr, dass ich ein Bewusstsein habe, denn ich erlebe sein Engen und Weiten. Ich selbst kann mein Bewusstsein weiten. Ich glaube an das unbewusste Erleben. Dass auch Eindrücke, die heute fern meines weitesten Bewusstseins liegen, in jedem Augenblick zu mir gelangen. Ich glaube, dass mein momentanes Bewusstsein nur ein kleiner Aussschnitt des gesamten Lebens und möglichen Erlebens ist. Die Weite meines Erlebens hängt wohl auch damit zusammen, wie viel ich mir selbst zutraue! :-)

PS: «Bewusstheit» ist für mich nicht erlebbar, denn diese ist für mich das Bewusstsein und damit wache Wahrnehmen aller Wesen zugleich. Ich würde aus den Augen des Tigers in Sumatra blicken und das Zucken der Angel in den Händen des grönländischen Fischers zugleich erleben, doch das tue ich nicht.

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veröffentlicht am 24.10.2016, letzte Änderung am 19.4.2017 um 11:00 Uhr

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